Gutes aus Vorpommern

Steinpilz-Tortelloni selber machen

Hauptgericht | Pasta

Selbstgemachte Steinpilz-Tortelloni mit Salbei, Rosmarin und gehobeltem Käse auf einem Teller, von oben fotografiert

Pasta mit Steinpilzen: Tortelloni mit cremiger Pilzfüllung

Wenn es in den Wäldern Vorpommerns feucht und kühl wird, beginnt die schönste Zeit für Pilzliebhaber:innen. Steinpilze gehören zu den edelsten Speisepilzen überhaupt – nussig, kräftig und herrlich aromatisch. In diesem Rezept wandern sie mit Mascarpone, Schalotten und frischen Kräutern in hausgemachte Tortelloni. Dazu gibt es einen luftigen Nussbutterschaum oder ganz klassisch Salbeibutter.

Wer schon immer einmal Tortellini oder Tortelloni selber machen wollte, findet hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung – vom Pastateig über die Füllung bis zum Formen der Teigtaschen. Etwas Zeit braucht es, aber das Ergebnis ist Pasta mit Steinpilzen, wie man sie in keinem Kühlregal findet.

Zutaten für selbstgemachte Tortelloni: Steinpilze und Kräuterseitlinge, Eier, Hartweizengrieß und Mascarpone

Pastateig selber machen: Hartweizengrieß und Ei
Für die Tortelloni braucht es nur vier Zutaten: Semola di Grano Duro (Hartweizengrieß), Eier, etwas Olivenöl und Salz. Der Teig ist schnell geknetet und muss danach eine Stunde ruhen. Wichtig: Immer nur ein Stück ausrollen und sofort füllen – der dünne Teig trocknet schnell aus. Mehr Tipps zu Mehlsorten, Ruhezeit und Nudelmaschine findest du in unserem Grundrezept für Nudelteig.

Steinpilze zubereiten: halbierte Steinpilze mit Rosmarin in schäumender Butter in der Pfanne

Steinpilze zubereiten: putzen, braten, aufbewahren
Frische Steinpilze werden nicht gewaschen, sondern mit einem Pinsel oder Küchenpapier gesäubert; erdige Stellen am Stiel schneidest du ab. Für die Füllung werden sie gewürfelt und in Butter kräftig angebraten, bis sie Wasser verloren und Röstaromen entwickelt haben – genau das gibt den Tortelloni ihren intensiven Geschmack.

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Das Rezept ist für unsere Eventdinner-Reihe Plated in Zusammenarbeit mit Gut Rosengarten entstanden. Den Käse für das Topping beziehen wir zum Beispiel vom Alten Pfarrhof Elmenhorst. In unseren Listings findest du viele weitere Erzeuger:innen aus Vorpommern.

Das Rezept für Steinpilz-Tortelloni

Steinpilz-Tortelloni mit Nussbutterschaum

Portionen

4

Portionen
Vorbereitungszeit

1

Stunde 

30

Minuten
Zubereitungszeit

30

Minuten

Steinpilz-Tortelloni selber machen: hausgemachte Pasta aus Hartweizengrieß und Ei mit cremiger Steinpilz-Mascarpone-Füllung, dazu Nussbutterschaum oder Salbeibutter. Ein herbstliches Rezept mit regionalen Zutaten aus Vorpommern.

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Zutaten

  • Für den Pastateig
  • 400 g Semola di Grano Duro (Hartweizengrieß) + etwas zum Bestäuben

  • 4 Eier

  • 20 g Olivenöl

  • 4 Prisen Salz

  • Für die Pastafüllung
  • 500 g Steinpilze oder andere kräftige Pilze

  • 50 g Butter

  • 125 g Mascarpone

  • 2 Eigelbe

  • 2 Schalotten, fein gewürfelt

  • Rosmarin, Salbei und Thymian (je ein kleiner Zweig Rosmarin und Thymian, eine Handvoll Salbeiblätter)

  • Semmelbrösel nach Bedarf

  • Salz, Pfeffer, Muskat

  • das übrige Eiweiß als Kleber

  • Topping
  • 100 g Käse (z.B. vom Alten Pfarrhof Elmenhorst)

  • Für den Nussbutterschaum (optional)
  • 125 g Butter

  • 1 Ei

  • 2 Eigelbe

  • 5 g Senf

  • 10 g Zitronensaft

  • 50 g Fond

  • Salz und Pfeffer

  • Alternativ: Salbeibutter
  • 100 g geschmolzene Butter

  • 30 g frischer Salbei

  • etwas Salz

Anleitung

  • Den Pastateig zubereiten:
    Alle Teigzutaten in einer Schüssel grob vermischen und dann zu einem festen, gleichmäßigen Teig verkneten.
    Die Kugel zu einer möglichst rechteckigen Platte drücken, in Frischhaltefolie einschlagen und eine Stunde ruhen lassen.
  • Die Füllung vorbereiten:
    Währenddessen die drei schönsten Pilze zum Anrichten beiseitelegen. Die übrigen putzen, würfeln und in der Butter bei mittlerer Temperatur so lange anbraten, bis sie deutlich an Volumen verloren und Röststoffe angesetzt haben.
    Je einen kleinen Zweig Rosmarin und Thymian von den groben Stielen befreien und fein hacken. Eine Handvoll Salbeiblätter in Streifen schneiden und alles zu den Pilzen in die Pfanne geben.
    Die fein gewürfelten Schalotten ebenfalls dazugeben und mitschwenken, bis sie glasig sind.
    Die Pilze abkühlen lassen und dann mit dem Eigelb und der Mascarpone zu einer feinen Farce mixen. Mit Semmelbröseln zu einer cremigen, gut portionierbaren Konsistenz abbinden und großzügig mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
    Die Pilzfarce in zwei Spritzbeutel füllen und verschließen.
  • Den Pastateig ausrollen:
    Ein Viertel des Teiges abtrennen und den Rest wieder gut verpackt zur Seite legen.
    Mit einem Nudelholz knapp auf die Breite der Nudelmaschine und etwa 5 mm Stärke ausrollen. Den Teig mit Semola bestäuben und auf der breitesten Einstellung der Nudelmaschine das erste Mal auswalzen.
    Auf diese Weise den Pastateig nach und nach bis zur letzten Einstellung ausrollen.
    Die Pasta füllen und erst dann die nächste Platte auswalzen, da der Teig schnell austrocknet.
  • Die Tortelloni formen:
    Den ausgerollten Pastateig in etwa 5 x 5 cm große Quadrate schneiden und je einen walnussgroßen Klecks Füllung in die Mitte geben.
    Den Rand mit Eiweiß einstreichen und die Nudel zu einem Dreieck zusammenfalten. Die Luft aus dem Teigtäschchen streichen und gut andrücken.
    Die beiden gegenüberliegenden Spitzen leicht dehnen, übereinanderlegen und gut andrücken. Eventuell überschüssigen Teig mit dem Teigrad abtrennen.
    Die fertigen Tortelloni bis zum Kochen auf Semola lagern.
  • Nussbutterschaum oder Salbeibutter:
    Wem der Nussbutterschaum zu aufwendig ist, kann die Pasta einfach mit Salbeibutter servieren.
    Für den Schaum die Butter schmelzen, unter ständigem Rühren hellbraun werden lassen und dann auf 40 °C abkühlen lassen.
    Fond, Zitronensaft, Senf, Eigelbe und Ei mischen und unter ständigem, schnellem Rühren bei mittlerer Temperatur erhitzen, bis das Ei zu binden beginnt.
    Die Mischung vom Herd nehmen, mit dem Pürierstab mixen und dabei langsam die braune Butter einfließen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und durch ein Sieb in den iSi-Siphon füllen.
    Zuschrauben, eine Patrone eindrehen und 30-mal kräftig schütteln. Bis zum zeitnahen Servieren in einem warmen Wasserbad bereitstellen.
  • Die Tortelloni garen:
    Einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen.
    Die Pasta in einem Schwung hineingeben, die Hitze reduzieren, damit das Wasser nicht mehr sprudelnd kocht, und die Tortelloni vier Minuten gar ziehen lassen.
  • Anrichten:
    Die Tortelloni in einem tiefen Teller anrichten, mit Salbeibutter oder Nussbutterschaum und Käse toppen und die rohen Pilze darüberhobeln.

Notizen

  • Benötigtes Equipment: Küchenmaschine mit Knethaken, Nudelmaschine, Teigrädchen oder kleines Messer, Topf, Brett und Messer. Optional: iSi-Sahnesiphon mit Patronen und ein kleiner scharfer Hobel.
  • Die Steinpilze lassen sich gut durch andere kräftige Pilze ersetzen.
  • Den Pastateig immer nur portionsweise ausrollen und direkt füllen – so trocknet er nicht aus.

Häufige Fragen zu Tortelloni und Steinpilzen

Alle drei sind gefüllte Pasta aus Italien, unterscheiden sich aber in Größe, Form und Füllung:

  • Tortellini sind klein und ringförmig. Sie stammen aus der Emilia-Romagna, werden traditionell mit Fleisch gefüllt und in Brühe serviert.
  • Tortelloni haben dieselbe Form, sind aber deutlich größer. Gefüllt werden sie meist mit Ricotta, Kräutern, Gemüse oder – wie hier – mit Pilzen und mit Butter angerichtet.
  • Ravioli sind flache Teigkissen aus zwei Teigplatten, meist eckig oder rund, und werden nicht zum Ring gebogen.

Frische, selbstgemachte Tortelloni brauchen nur wenige Minuten. Gib sie in reichlich gesalzenes, kochendes Wasser, reduziere die Hitze und lass sie etwa 4 Minuten gar ziehen, statt sie sprudelnd zu kochen – so platzen die Teigtaschen nicht. Steigen sie an die Oberfläche, sind sie fast fertig. Gekaufte, getrocknete Tortelloni brauchen deutlich länger; hier gilt die Angabe auf der Packung.

Hauptsaison ist von etwa August bis Oktober, bei feuchtem, mildem Wetter auch schon früher oder bis in den November hinein. Sammle nur Pilze, die du sicher bestimmen kannst – oder kaufe sie auf dem Markt.

Frische Steinpilze sind fest und trocken. Sind sie weich, schmierig, riechen unangenehm oder sind madig, solltest du sie nicht mehr essen. Verarbeite Steinpilze am besten innerhalb von ein bis zwei Tagen und lagere sie bis dahin luftig im Kühlschrank, zum Beispiel in einer Papiertüte.

Ja. Außerhalb der Saison kannst du getrocknete Steinpilze etwa 20–30 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen, gut ausdrücken und mit frischen Champignons oder Kräuterseitlingen mischen. Das Einweichwasser durch ein feines Sieb gießen – es eignet sich als aromatischer Fond für den Nussbutterschaum.

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